Häufige Fehler bei der energetischen Sanierung vermeiden

Lesezeit: 4 min.

Inhaltsverzeichnis

Typische Fehler bei der energetischen Sanierung (und wie man sie vermeidet)

Geschätzte Lesezeit: 6 Minuten

  • Vermeidung von Mängeln bei Wärmedämmverbundsystemen.
  • Sicherstellung der Luftdichtheit.
  • Verhinderung von Überdimensionierung bei Wärmepumpen.
  • Korrekte Planung und Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen.
  • Qualitätskontrollen einführen.

1. Mängel bei Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)

Eine der häufigsten Fehlerquellen bei energetischen Sanierungen sind Mängel bei WDVS. Zu den typischen Fehlern gehören punktuelle statt vollflächige Verklebung von Dämmplatten, der Einsatz von wärmeleitenden Dübel, und mangelhafter Sockelbereich. Diese Fehler können zu Lufträumen, unschönen Flecken an der Wand, Rissen und sogar Algenbefall führen. Um diese Probleme zu vermeiden, sollten beim WDVS folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Vollflächige Verklebung der Dämmplatten sicherstellen.
  • Thermisch isolierende Dübel verwenden.
  • Die Fugen versetzt anordnen und alle Laibungen ordentlich abgedichtet.
  • Thermografische Qualitätskontrollen durchführen, um Schwachstellen rechtzeitig zu erkennen.

2. Luftdichtheitsmängel

Immer wieder sind kleine Risse in der Gebäudehülle oder ungedichtete Durchdringungen der Grund für Schimmelprobleme. Ein falsch durchgeführter Blower-Door-Test zeigt oft alarmierende Ergebnisse mit einem n50-Wert von mehr als 3,0/h. Es ist wichtig, die Luftdichtheit Ihrer sanierenden Gebäude zu gewährleisten. Folgen Sie diesen Schritten zur Vermeidung von Mängeln:

  • Systematische Abdichtung aller Komponenten.
  • Durchführung von Blower-Door-Tests vor und nach der Sanierung (Kosten ca. 400–600 €).
  • Entwicklung professioneller Lüftungskonzepte zur Sicherstellung der Luftzirkulation.

3. Überdimensionierte Wärmepumpen

Ein häufiges Problem ist die Überdimensionierung von Wärmepumpen. Ungefähr 60 % der installierten Wärmepumpen sind aufgrund fehlender Heizlastberechnungen überdimensioniert. Dies führt zu ineffizienten Betriebsabläufen, Takten und einem erhöhten Verschleiß. Um dies zu vermeiden, sollten Sie:

  • Exakte Heizlastberechnungen nach DIN EN 12831 durchführen.
  • Hydraulische Abgleiche vornehmen, um den Systemdruck zu optimieren.
  • Den Einsatz niedrig temperierter Heizkörper nach der Hülle-Optimierung prüfen.

4. Falscher Fenstereinbau

Ein falscher Fenstereinbau kann gravierende thermische Probleme verursachen. Verletzungen des 3-Ebenen-Prinzips (Witterungsschutz, Dämmung, Luftdichtheit) sind hier häufige Ursachen. Zu den empfohlenen Vermeidungstechniken zählen:

  • Sorgfältige Anwendung der richtigen Bänder.
  • Sicherstellung einer vollständigen Abdichtung.
  • Optimierung der Einbaulage in Bezug auf thermische Trennungen.

5. Fehlende oder falsche Planung und Reihenfolge

Ein häufig angehörter Fehler bei energetischen Sanierungen ist das Fehlen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP). Oft wird die Reihenfolge der Maßnahmen nicht beachtet, was zu Wärmebrücken und Schimmelrisiken führen kann. Vermeiden lassen sich Planungsschäden durch:

  • Eine gründliche Bestandsanalyse, die einen Energieausweis, Thermografie und Blower-Door Testergebnisse umfasst.
  • Das Erstellen eines individuellen Sanierungsfahrplans mit einem erfahrenen Energieberater.
  • Die korrekte Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen: Zuerst die Gebäudehülle, dann Lüftungsanlagen und schließlich Heiztechnik.

6. Unsachgemäße Ausführung und fehlende Qualitätskontrollen

Ein weiteres großes Risiko ist die unsachgemäße Ausführung der Maßnahmen in Verbindung mit fehlenden Qualitätskontrollen. Bei der Umsetzung sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Einsatz von Energieberatern zur Begleitung der Baumaßnahmen.
  • Durchführung von regelmäßigen Thermografie- und Blower-Door-Tests.
  • Dokumentation des Bauvorgangs (z. B. durch Fotos und Protokolle) zur Sicherstellung der Qualität.
Fehlerkategorie Häufigkeit/Ursache Vermeidungsschritte
WDVS-Mängel Punktuelle Verklebung, Dübel Vollverklebung, Thermografie
Luftdichtheit Risse, ungedichtete Durchdringungen Blower-Door-Test, Abdichtung
Wärmepumpe Überdimensionierung DIN EN 12831-Berechnung
Fenster Falsche Ebenen 3-Ebenen-Prinzip einhalten
Planung Kein iSFP Energieberater, Hülle zuerst
Ausführung Fehlende Kontrolle Begleitprüfungen, Dokumentation

Fazit

In der energetischen Sanierung sind Fundamente für den Erfolg die sorgfältige Planung, die richtige Auswahl der Technik und die Gewährleistung einer hohen Ausführungsqualität. Um Risiken zu minimieren und Nutzungen zu maximieren, sollten Sie mit einer gründlichen Bestandsanalyse beginnen und auf einen individuellen Sanierungsfahrplan setzen.

Wenn Sie mehr über mögliche Fördermittel erfahren möchten oder eine Beratung zur energetischen Sanierung benötigen, fordern Sie jetzt Ihre unverbindliche Beratung an. Lassen Sie uns gemeinsam an Ihrer nachhaltigen Lösung arbeiten!

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FAQ

1. Was ist energetische Sanierung?
Die energetische Sanierung umfasst Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden.

2. Warum sind Wärmedämmverbundsysteme wichtig?
WDVS tragen zur Reduzierung des Wärmeverlusts bei und erhöhen die Energieeffizienz erheblich.

3. Wie kann ich die Luftdichtheit meines Gebäudes prüfen?
Dies kann durch Blower-Door-Tests erfolgen, die die Luftwechselrate messen.

4. Was sind die wichtigsten Schritte zur Vermeidung von Planungsfehlern?
Eine individuelle Planung und die Einhaltung der empfohlenen Reihenfolge sind entscheidend für den Erfolg der Sanierung.

5. Wo finde ich Unterstützung bei einer energetischen Sanierung?
Sie können Energieberater oder spezielle Plattformen wie 42watt und Pottfeger kontaktieren, um Hilfe zu erhalten.

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