Unterschiede zwischen KfW Effizienzhaus 55, 70 und 85

Lesezeit: 4 min.

Inhaltsverzeichnis

KfW Effizienzhaus 55, 70, 85 – Unterschiede einfach erklärt

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

  • Unterschiedliche Effizienzhaus-Stufen: Verständnis der Unterschiede zwischen Effizienzhaus 55, 70 und 85.
  • Energieverbrauchsstandards: Übersicht der Primärenergiebedarfe und Transmissionswärmeverluste.
  • Sanierungsmaßnahmen: Tipps und technische Details für die Umsetzung von Sanierungsprojekten.
  • Fördermöglichkeiten: Informationen über Förderungen von KfW und anderen Institutionen.

Überblick der Energieverbrauch-Standards

Die Tabelle unten zeigt eine Übersicht über die Energieverbrauchsstandards der verschiedenen Effizienzhaus-Stufen:

Effizienzhaus-Stufe Primärenergiebedarf Transmissionswärmeverlust
Effizienzhaus 55 55 % des Referenzgebäudes 70 % des Referenzgebäudes
Effizienzhaus 70 70 % des Referenzgebäudes 85 % des Referenzgebäudes
Effizienzhaus 85 85 % des Referenzgebäudes 100 % des Referenzgebäudes

Effizienzhaus 55

Effizienzhaus 55 stellt einen hohen energetischen Standard dar und erfüllt die gesetzlichen Vorgaben für Neubauten. Ein solches Wohngebäude verbraucht nur 55 % der Energie eines Referenzgebäudes. Dies wird durch sehr gute Wärmedämmung in Dach und Außenwänden sowie durch den Einsatz von Dreifachverglasung bei Fenstern und Türen erreicht. Der bauliche Wärmeschutz ist um 30 % besser als beim Referenzgebäude.

Wichtige Aspekte des Effizienzhauses 55

  • Energieeinsparung: Die gute Balance zwischen Energieeffizienz und Investitionskosten macht das Effizienzhaus 55 zu einem beliebten Standard.
  • Fördermöglichkeiten: Bei Erfüllung der Erneuerbare-Energien-Klasse ist eine Förderung von bis zu 20 % Zuschuss möglich.

Effizienzhaus 70

Effizienzhaus 70 eignet sich besonders für die energetische Sanierung von Altbauten, da die Anforderungen im Vergleich zum Effizienzhaus 55 geringer sind. Der Energieverbrauch liegt hier bei 70 % des Referenzgebäudes, was eine 30 % bessere Energieeffizienz bedeutet.

Wichtige Aspekte des Effizienzhauses 70

  • Zielgruppe: Dieses Effizienzhaus-Standard ist ausschließlich für Bestandsimmobilien verfügbar.
  • Variabilität: Es kann sowohl als Standard-Version als auch mit Erneuerbare-Energien- oder Nachhaltigkeits-Klasse erreicht werden.

Effizienzhaus 85

Effizienzhaus 85 bietet einen akzeptablen Wert für ältere Gebäude, in denen der Energieverbrauch oft sehr viel höher liegt. Hierbei werden 85 % der Primärenergie eines Referenzgebäudes benötigt.

Wichtige Aspekte des Effizienzhauses 85

  • Sanierungsmaßnahmen: Um die Anforderungen des EH 85 zu erreichen, können verschiedene Kombinationen von Sanierungsmaßnahmen verwendet werden, beispielsweise:
    • Außenwanddämmung: 14 cm
    • Dachdämmung: 20 cm
    • Kellerdämmung: 8 cm
    • Neue Fenster mit Doppelverglasung
    • Solarthermie zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung
  • Verfügbarkeit: Auch dieses Standard ist nur für Bestandsimmobilien verfügbar und kann in verschiedenen Klassen erreicht werden.

Erneuerbare-Energien-Klasse

Zusätzlich zu jeder Effizienzhaus-Stufe gibt es die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse), welche die Gebäude noch umweltfreundlicher macht. Hierbei muss die erforderliche Wärme zum Heizen zu mindestens 65 % aus erneuerbaren Energien stammen. Dies könnte beispielsweise durch eine Wärmepumpe geschehen.

Praktische Tipps für Eigentümer und Investoren

  1. Energieberatung einholen: Bevor Sie mit der Sanierung beginnen, lassen Sie sich von einem Experten beraten. Eine gezielte Energieberatung hilft Ihnen, die passende Effizienzhaus-Stufe zu wählen.
  2. Fördermöglichkeiten nutzen: Informieren Sie sich über die verschiedenen Fördermittel, die für Ihre Projekte verfügbar sind. Die KfW-Bank und andere Institutionen bieten finanzielle Unterstützung für energetische Sanierungen.
  3. Sanierungsfahrplan erstellen: Ein gut strukturiertes Sanierungskonzept ist essenziell. Erstellen Sie einen Sanierungsfahrplan, der alle erforderlichen Maßnahmen und deren Kosten aufzeigt.
  4. Technische Gebäudeausrüstung optimieren: Achten Sie darauf, dass die technische Gebäudeausrüstung wie Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen effizient gestaltet ist. Dies führt zu weiteren Energiekosteneinsparungen.
  5. Langfristige Planung: Berücksichtigen Sie bei Ihren Planungsschritten nicht nur die heutigen Anforderungen, sondern auch zukünftige Entwicklungen in der Energieeffizienz und der energetischen Nutzung.
  6. Kosten-Nutzen-Analyse durchführen: Vergleichen Sie die Investitionskosten mit den zukünftigen Einsparungen durch geringere Energiekosten. Eine detaillierte Kosten-Nutzen-Analyse ist unerlässlich, um die rentabelsten Entscheidungen zu treffen.

Fazit

Die Entscheidung für ein KfW Effizienzhaus, ob 55, 70 oder 85, kann erheblich zu Ihrer Energieeffizienz und Nachhaltigkeit beitragen. Der Unterschied zwischen den einzelnen Stufen bezieht sich direkt auf den Energiebedarf, die Umsetzungskosten sowie die Möglichkeiten zur Förderung. Es ist wichtig, sich vor Beginn einer Sanierung oder eines Neubaus gründlich zu informieren und gegebenenfalls Beratung in Anspruch zu nehmen.

Sie sind unsicher, welche Effizienzhaus-Stufe für Ihre Immobilie am besten geeignet ist, oder benötigen Unterstützung in der Planung Ihrer energetischen Sanierung? Unsere erfahrenen Experten bei Viridis stehen Ihnen gerne zur Seite.

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FAQ

1.Was sind die Hauptunterschiede zwischen den Effizienzhaus-Stufen?
Die Hauptunterschiede beziehen sich auf den Primärenergiebedarf und den Transmissionswärmeverlust, wobei Effizienzhaus 55 die höchste Energieeffizienz aufweist.

2.Gibt es Fördermöglichkeiten für diese Effizienzhaus-Standards?
Ja, es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten, die bei der KfW-Bank und anderen Institutionen beantragt werden können.

3.Wie kann ich meine Immobile auf Effizienzhaus-Standards bringen?
Eine umfassende Energieberatung und ein gut geplanter Sanierungsfahrplan sind essenziell für die Umsetzung der Effizienzhaus-Standards.

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