Was ist ein guter n50-Wert beim Blower-Door-Test?

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Inhaltsverzeichnis

Blower-Door-Test Werte: Was ist ein guter n50-Wert?

Geschätzte Lesezeit: 5 Minuten

  • Der n50-Wert misst die Luftdichtheit eines Gebäudes.
  • Grenzwerte variieren je nach Gebäudetyp und Vorhandensein von Lüftungsanlagen.
  • Ein niedriger n50-Wert kann die Energieeffizienz erheblich verbessern.
  • Die Werte sollten immer im Kontext des jeweiligen Gebäudes betrachtet werden.

 

1. Was bedeutet der n50-Wert beim Blower-Door-Test?

Der n50-Wert beschreibt die Luftwechselrate eines Gebäudes. Er wird gemessen, wenn eine Druckdifferenz von 50 Pascal (Pa) zwischen Innen- und Außenraum herrscht. Dies geschieht während des Blower-Door-Tests, bei dem ein Ventilator in die Gebäudehülle eingesetzt wird, um die Luftdichtheit zu prüfen. Die Einheit des n50-Wertes ist 1/h (h⁻¹), was bedeutet, wie oft das gesamte Luftvolumen des Gebäudes pro Stunde bei der genannten Druckdifferenz ausgetauscht wird.

Ein n50 von 2,0 h⁻¹ würde beispielsweise bedeuten, dass das gesamte Luftvolumen des Gebäudes darüber hinaus zwei Mal pro Stunde durch Undichtigkeiten ersetzt wird. Je kleiner der n50-Wert, desto luftdichter ist die Gebäudehülle, was zu einer höheren Energieeffizienz führen kann. Diese Berechnung erfolgt nach der Formel:

n50 = V50 / V

Dabei steht V50 für den Volumenstrom bei 50 Pa (in m³/h) und V für das beheizte Luftvolumen des Gebäudes (in m³).

 

2. Gesetzliche Grenzwerte (GEG / EnEV, KfW etc.)

In Deutschland gelten für die Luftdichtheit von Neubauten spezifische Grenzwerte, die in Energiegesetzen und Förderprogrammen festgelegt sind:

  • Gebäude ohne Lüftungsanlage: Der Grenzwert für den n50-Wert liegt bei ≤ 3,0 h⁻¹. Werte, die darüber liegen, deuten auf unzureichende Dichtheit hin und erfordern Nachbesserungen.
  • Gebäude mit Lüftungsanlage: Hier liegt der Grenzwert bei ≤ 1,5 h⁻¹. Dieser Wert stellt den Standard für viele KfW-Effizienzhäuser dar.
  • Passivhaus-Standard: Für diese vorbildlichen Gebäude gilt ein Grenzwert von ≤ 0,6 h⁻¹, was eine sehr hohe Luftdichtheit bescheinigt.

Für größere Gebäude, die über 1.500 m³ Volumen haben, kommen meist q50-Grenzwerte gemäß m³/(h·m²) zum Einsatz.

 

3. Was ist „gut“? Typische und empfehlenswerte n50-Bereiche

Fachliteratur gibt verschiedene Werte vor, die angeben, wie n50-Werte einzuschätzen sind:

  • ≤ 0,6 h⁻¹: sehr gut, es wird meist das Passivhaus-Niveau erreicht.
  • 0,6 bis ca. 1,0 h⁻¹: sehr gut bis gut. Oft zu finden in hochwertigen Neubauten und Effizienzhäusern mit Lüftungsanlage.
  • 1,0 bis 1,5 h⁻¹: gut bis noch sehr gut, typisch für Effizienzhaus/KfW-Standard mit Lüftungsanalagen.
  • 1,5 bis 3,0 h⁻¹: ausreichend/üblich bei Neubauten ohne Lüftungsanlage. Werte nahe 3,0 h⁻¹ deuten auf einen angemessenen, aber geringeren Effizienzanspruch hin.
  • > 3,0 h⁻¹: deutlicher Nachbesserungsbedarf. Hier sind in der Regel klare Leckagen oder bauliche Mängel vorhanden.

 

4. Einordnung nach Gebäudetyp

Die Bewertung des n50-Wertes kann auch vom Gebäudetyp abhängen:

  • Passivhaus / sehr ambitionierte Neubauten: Zielen auf n50 < 0,6 h⁻¹. Messwerte liegen oft zwischen 0,1 und 0,6 h⁻¹.
  • Niedrigenergiehaus / Effizienzhaus ohne Passivhausstandard: Typische Messwerte sind 0,9 bis 1,5 h⁻¹.
  • Neubauten mit raumlufttechnischen Anlagen: Der Grenzwert sollte ≤ 1,5 h⁻¹ sein, wobei viele regelmäßigen Werte zwischen 0,6 und 1,2 h⁻¹ anstreben.
  • Neubauten ohne Lüftungsanlage: Hier wird ein Grenzwert von ≤ 3,0 h⁻¹ akzeptiert, wobei Werte zwischen 1,5 und 2,0 h⁻¹ empfohlen werden.
  • Altbauten: Typische n50-Werte liegen hier oft zwischen 4 und 12 h⁻¹.

 

5. Fachliche Bewertung: Wann ist ein n50-Wert „gut“?

Fachliche Beurteilungen unterscheiden zwischen der Regelkonformität und der Energieeffizienz:

  1. Regelkonformität: n50-Werte unter den spezifischen Grenzwerten gelten als ‘gut’:
    • ≤ 3,0 h⁻¹ (ohne Lüftungsanlage)
    • ≤ 1,5 h⁻¹ (mit Lüftungsanlage)
    • ≤ 0,6 h⁻¹ (Passivhausstandard)
  2. Energieeffizienz: Niedrigere Werte verbessern die Energiebilanz und den Komfort im Gebäude. Ideale Zielwerte sind:
    • Mit Lüftungsanlage: zwischen ≤ 1,0 und 1,2 h⁻¹
    • Ohne Lüftungsanlage: idealerweise unter 3,0 h⁻¹, bei 1,5 bis 2,0 h⁻¹.

Extreme Werte unter 0,3 h⁻¹ können jedoch problematisch sein, insbesondere ohne ausreichende Lüftungsmöglichkeiten, was Schimmelbildung begünstigt.

 

6. Praktische Einordnung für Sie

Hier sind einige Faustregeln zur Einordnung Ihres n50-Wertes:

  • n50 ≤ 0,6 h⁻¹: Sehr gut bis exzellent – Passivhausniveau erreicht.
  • 0,6–1,0 h⁻¹: Sehr gut – hervorragende Werte für Neubauten mit Lüftungsanlagen.
  • 1,0–1,5 h⁻¹: Gut bis sehr gut – für KfW-Effizienzhäuser technisch in Ordnung.
  • 1,5–2,0 h⁻¹: Noch gut – technisch okay, jedoch ambitionierter gestaltbar.
  • 2,0–3,0 h⁻¹: Noch im gesetzlichen Rahmen, aber dringend Verbesserungspotential.
  • >3,0 h⁻¹: Problematisch – deutlicher Nachbesserungsbedarf vorhanden.

Teilen Sie uns Ihren Gebäudetyp, das Vorhandensein einer Lüftungsanlage, sowie Ihren gemessenen n50-Wert mit, damit wir die Qualität Ihres Ergebnisses konkret einordnen können.

 

Möchten Sie mehr über die hohen Standards in der Luftdichtheit erfahren? Kontaktieren Sie uns gerne für eine umfassende Beratung zu Ihren energieeffizienten Renovierungsprojekten. Fordern Sie jetzt Ihre unverbindliche Beratung an.

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FAQ

  • Was ist ein Blower-Door-Test? – Ein Verfahren zur Messung der Luftdichtheit von Gebäuden.
  • Wie wird der n50-Wert berechnet? – Durch den Volumenstrom bei 50 Pa geteilt durch das beheizte Luftvolumen.
  • Welche Werte sind für Neubauten akzeptabel? – ≤ 3,0 h⁻¹ ohne Lüftungsanlage, ≤ 1,5 h⁻¹ mit Lüftungsanlage.
  • Was bedeutet ein hoher n50-Wert? – Er deutet auf eine unzureichende Dichtheit hin und erfordert Nachbesserungen.

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